Kassel, Deutschland

Delivery: 1998-2001

Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) hat sich 1997 und 1998 für die Anschaffung von 22 achtachsigen Niederflur-Gelenktriebwagen vom Typ 8NGTW entschieden, die zwischen 1999 und 2000 in zwei Losen ausgeliefert wurden. Die nach BOStrab und EBO zugelassenen Fahrzeuge sind für den Einsatz sowohl auf dem Straßenbahnnetz der KVG als auch auf der zukünftigen Lossetalbahn vorgesehen.

Diese ehemalige Bundesbahnstrecke ist inzwischen privatisiert und wird für den Betrieb der 8NGTW mit DC 750 V elektrifiziert. So kann in naher Zukunft neben dem bereits durchgeführten Güterverkehr auch der schienengebundene Personennahverkehr mit den neuen Niederflur-Straßenbahnen erfolgen. Die neuen Fahrzeuge werden dann Hessisch-Lichtenau mit Kassel verbinden und auf den bestehenden Kasseler Straßenbahnlinien den Wagenpark ergänzen.AA

Die Fahrzeuge des Typs 8NGTW hat Kiepe Elektrik gemeinsam mit Bombardier Transportation projektiert. Kiepe übernimmt in dieser Projektpartnerschaft als Systemanbieter die Verantwortung.

Bei der Entwicklung der Fahrzeugelektrik wurde mehr als bisher ein wartungsfreundliches Gesamtkonzept in den Vordergrund gestellt:
- optimierte Modularisierung der Komponenten
- verbesserte Wartungsfreundlichkeit
- erweiterte Datenbusvernetzung der Funktionseinheitenortung für die
  gesamte elektrische Ausrüstung des 8NGTW

Ein Großteil dieser Ausrüstung wurde an den beiden Standorten in Düsseldorf und Wien entwickelt, gefertigt, ausgiebig getestet und funktionsgeprüft. Zusammengebaut und montiert wird der 8NGTW im Bautzener Werk von Bombardier Transportation.

Bei der Entwicklung der Fahrzeugelektrik wurde mehr als bisher ein wartungsfreundliches Gesamtkonzept in den Vordergrund gestellt:
- optimierte Modularisierung der Komponenten
- verbesserte Wartungsfreundlichkeit
- erweiterte Datenbusvernetzung der Funktionseinheiten,
- moderne PC-basierte Diagnosehilfe-Software mt ausführlicher Betriebs-
  und Ereignisdatenerfassung

Das Fahrzeug ist besonders fahrgast- und benutzerfreundlich. Es zeichnet sich durch geringen Energieverbrauch, niedrige Geräuschemissionen und hohe elektromagnetische Verträglichkeit aus.

Die Niederflur-Straßenbahnwagen Typ 8NGTW eignen sich für den Einsatz auf dem Straßenbahnnetz der KVG (Kassel), aber auch auf der zukünftigen Lossetalbahn, einer privaten Eisenbahnstrecke. So werden sie in naher Zukunft Hessisch Lichtenau mit Kassel zuverlässig und bequem verbinden und auf den bestehenden Kasseler Straßenbahnlinien den Wagenpark ergänzen. Das Konzept garantiert einen hohen Komfort und einen zuverlässigen und wartungsarmen Betrieb, unter anderem auch weil jeder Fahrmotor durch einen eigenen Traktionsumrichter mit Steuerung betrieben wird.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das neu konzipierte Dachgerätegehäuse. Hier wurde mit der Integration in ein Gesamtkonzept die Möglichkeit geschaffen, folgende Baugruppen, die bisher mit hohem Verkabelungsaufwand an verschiedenen Orten im Fahrzeug untergebracht waren, in einem einzigen Gehäuse zusammenzufassen:
- die beiden modernen und kompakten IGBT-Direkt-Pulsumrichter, die
   einen kompakten Antriebsmotor speisen,
- die Umrichtersteuermodule,
- das Netzfilter,
- den IGBT-Bordnetzumformer,
- die Ansteuerung für die Sandungsanlage, für die Schienen- und die
   Federspeicherbremsen.

Alle Leistungskomponenten im Dachgerätegehäuse werden mit einem einzigen wartungsfreien Drehstrom-Lüfter über ein von den elektrischen Einrichtungen isoliertes Luftkanalsystem temperaturabhängig zwangsbelüftet.

Die patentierte Schwenkhaube, die beidseitig zu öffnen ist und die gesamte Gehäusebreite freigibt, ermöglicht eine optimale Zugänglichkeit dieser Komponenten für die Wartung. Der schnelle Austausch von Baugruppen erfolgt einfach von oben.

Das Bord-Informations- und Steuersystem ist ein leistungsfähiges, hierarchisch aufgebautes Datenbussystem, das in seiner zweiten Generation mit dem international standardisierten CANopen Protokoll arbeitet. Die wesentlichen Elemente des Bord-Informations- und Steuersystems sind der Wagen- und der Zugbus sowie das zentrale Leitgerät. Die beiden Steuerbussysteme vernetzen die Steuerungen der Fahrzeugkomponenten im gesamten Zugverband und reduzieren dabei gewichtsminimierend die Fahrzeugverkabelung. Überwacht und gesteuert wird die Bord-Informations-Kommunikation vom Zentralen Leitgerät, das in einem separaten Ereignis und Störspeicher alle wichtigen Meldungen für Auswertungen und Diagnosen sammelt.

Für die Steuerung der Antriebe erzeugen die Antriebssteuermodule in Echtzeit den Drehmoment- sollwert für jeden Motor und teilen diesen dem zugehörigen Umrichtersteuermodul mit. Jedes Umrichtersteuermodul errechnet hieraus das Pulsmuster für den jeweiligen Antriebsumrichter.
Weitere Teilnehmer des Kiepe BISS sind (siehe Diagramm):
- die statischen Bordnetzumformer, 
- das Federspeicherbremssystem der  Lauffahrwerke, welches über die
   Bremssteuergeräte eingefunden ist,
- sämtliche Türen,
- das Heizungs- und Lüftungssystem für den Fahrgastraum,
- die Klimaanlage des Fahrerraumes,
- der Fahrtschreiber.

Diverse andere Funktionen (z.B. Fahrerpult- Bedieneinrichtungen), die über keine eigenen Busschnittstelle verfügen, sind über Kiepe BISS-Steuermodule eingefunden.

Download: Kassel_389.pdf (Size: 650.0 KB)